Jahresbericht 2002
Nach zwei turbulenten
Jahren, bei denen der normale Ablauf durch Pferdepässe oder MKS zum Teil
erheblich gestört wurde, war das Jahr 2002 vom Ablauf her wieder ein normales
Jahr.
Es gab zahlreiche Aktivitäten, Schauen und Turniere an denen Mitglieder und
Ponys aus unserem Verband teilnahmen und mit Siege und vorderen Platzierungen
für den Verband nach Hause kamen.
Überregional sind unter anderem wieder einmal Erfolge von den Bundeschampionaten
zu erwähnen. Sechs Medaillen, also 6 Plätze unter den ersten Drei waren zu
verbuchen. Bei den fünfjährigen Springponys waren es gleich die Plätze eins bis
drei.
Bei den sechsjährigen Dressurponys stellten wir den Vizechampion und bei den
dreijährigen Hengsten und bei den Vielseitigkeitsponys jeweils den
Drittplatzierten.
Einen Monat nach den Bundeschampionaten fand in Hamburg die erste
Bundesrobustponyschau statt. Bei den Deutschen Partbred Shetlandponys wurde ein
Bundessieger und ein Reservesiegertitel errungen. Hinzu kam noch ein
Reservesiegertitel bei den Shetlandponys unter 87 cm.
Wie schon im letzten Jahresbericht angekündigt, wurde in diesem Jahr das neue
Anmeldesystem für die Stuten- und Fohlenschauen eingeführt. Die Züchter müssen
ihre Pferde nun nicht mehr bei zwei verschieden Stellen anmelden, sondern nur
noch in der Geschäftsstelle des Verbandes. Auf der Abfohlmeldung wird der
Vorführplatz angegeben und auf das neue Anmeldeformular für Stuten, das jeder
Züchter mit der Beitragrechnung zugestellt bekommt, wird ebenfalls mit Angabe
des Vorführplatzes nach Hannover geschickt. Von dort wird dann die
Zeiteinteilung erstellt und verschickt. Als weitere Neuerung wurden alle auf den
offiziellen Terminen bis zum jeweiligen Nennungsschluss angemeldeten Stuten und
Fohlen in Katalogen aufgeführt. Diese Kataloge konnten vor Ort erworben werden,
wovon aber erstaunlicher Weise sehr wenig Gebrauch gemacht wurde. Diese
organisatorische Umstellung brachte fast keine der bei Neuerungen oft
befürchteten Anfangsschwierigkeiten. Als positiver Nebeneffekt verringerte sich
die Zahl der Nachbrenntermine. Die mit dem neuen Anmeldesystem verbundene
weitere Neuerung war die Einführung der Erfassung von Farbe und Abzeichen der
Fohlen und der Eintragungsnoten der Stuten per EDV vor Ort. Hiermit konnte der
gewünschte Effekt der Arbeitsoptimierung erreicht werden und als Folge verkürzte
sich die Ausstellungs- und Bearbeitungszeit der Pferdepässe im Büro erheblich.
Im Rahmen der Junghengstkörung im Oktober wurde eine weitere beschlossene
Innovation umgesetzt. In der Körkommission arbeitete als ordentliches Mitglied
ein Mitglied der Körkommission des Pferdestammbuches Schleswig-Holstein/Hamburg
e.V. mit. In diesem Fall war es der Vorsitzende Herr Hans-Heinrich Stien.
Die gegenseitige Anerkennung von Hengsten wird dadurch für die Verbände wie für
den Züchter erleichtert. Selbstverständlich ist auch ein Mitglied unserer
Körkommission Mitglied in der Kommission von Schleswig-Holstein/Hamburg. In der
Statistik hält sich die Tendenz, dass die Mitgliederzahl bedauerlicherweise
weiterhin rückläufig ist (Tabelle 1). Es sind 142 Mitglieder weniger zu
registrieren. Die Zugänge an Mitgliedern haben sich im Vergleich zum Vorjahr
verringert. Seit langem sind es erstmals unter 200 neue Mitglieder pro Jahr.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Kündigungen auf über 300. Entgegengesetzt zu den
Zahlen bei den Mitgliedern ist die Entwicklung bei den Bedeckungen, den Fohlen
und neu eingetragenen Stuten (Tabelle 2). Bei den Bedeckungen ist der Zuwachs so
gering, dass hier im Prinzip von Stagnation gesprochen werden muss, aber es ist
kein Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Fohlen stieg um 23, was zwar einen
Rückgang im Vergleich des Zuwachses des letzten Jahres darstellt, aber immerhin
1,6% Steigerung bedeutet. Bei den neu eingetragenen Stuten wurde mit 548 Stuten
die höchste Zahl der letzten drei Jahre erreicht (Tabelle 3). Hierbei sind bei
den Islandpferden (+23), den D.PB. Shetlandponys (+16) und den Deutschen
Reitponys (+10) die größten Zuwächse. Ebenfalls deutliche Zuwächse weisen die
Shetlandponys (+7), Welsh-B (+7) und das kleine Reitpferd (+5) auf. Verluste
sind beim Haflinger (-18), Welsh-Cob (-11) und bei den D. Classic-Ponys (-14) zu
verzeichnen.
Bei den D.PB. Shetlandponys und den D. Classic-Ponys ist die Statistik zur Zeit,
und das wird sicherlich noch einen Moment so bleiben, etwas mit Vorsicht zu
betrachten. Bei den D. Classic-Ponys ist es jetzt die Zahl der Stuten der Rasse
D. Classic-Pony, die eingetragen wurden und nicht mehr die Zahl der Stuten, die
zur Zucht des D. Classic-Ponys eingetragen wurden. Diese Umstellung in der
Erfassung hat dann zur Folge, das auch alle D.PB. Shetlandponystuten dieser
Rasse zugeschlagen werden und sie nicht mehr in der Statistik der D.
Classic-Ponys aufgeführt werden, wenn sie in dieses Zuchtbuch eingetragen werden
sollen. Wurden im letzten Jahr noch 37 Stuten (7,03%) in eines der Vorbücher
eingetragen, so waren es in diesem Jahr nur 24 Stuten (4%).
Wie schon in den letzten Jahren wird von etwas weniger Züchtern intensiver und
mehr auf Qualität gezüchtet. Es scheint bei den Mitgliedern also hauptsächlich
der Anteil der passiven Mitglieder und der „Einmal“- oder „Gelegenheitszüchter“
abzunehmen. Bei den vorgestellten Fohlen (Tabelle 4) ist die deutlichste Zunahme
mit 42 Fohlen bei den Islandpferden festzustellen. Sie stellten damit 186 Fohlen
mehr als die Haflinger und nur 71 Fohlen weniger als die Deutschen Reitponys.
Weiteren Zuwachs haben die Welsh-B mit 14 Fohlen, die Shetlandponys unter 87 cm
mit 7, Welsh-C mit 5 und Fjordpferd und Mangalarga Marchador jeweils mit 3
Fohlen. Einbußen haben die Deutschen Reitponys mit 17 Fohlen. Die nächst
Größeren sind mit –7 die Classic-Ponys und mit –6 die Haflinger und die Welsh-D.
Insgesamt wurden nur 49 Geburtsbescheinigungen ausgestellt (3,44 %), was mit der
schon angesprochenen Tendenz vermehrt Qualität zu züchten korrespondiert. Hierzu
passt auch die Tatsache, dass 70 % der Fohlen einen I. Preis erhielten. Bei der
Prämierung der Fohlen ist wie vor einigen Jahren jetzt wieder ein Punkt erreicht
an dem überlegt werden muss, ob die Selektion nicht wieder strenger werden
sollte. Als vor einigen Jahren etwa 80 % der Fohlen prämiert wurden, hatte man
beschlossen etwas schärfer zu selektieren um ungefähr einen Prozentsatz von ca.
45-50 % zu erreichen, was damals ja auch gelungen war. Der I. Preis bekam
dadurch mehr Aussage und Wertigkeit. Nun sind ein paar Jahre vergangen, die
Züchter züchten mit höherwertigem Material und die Qualität der Fohlen ist
gestiegen. Um die 50%- Marke wieder zu erreichen, sollte nach Gesundheit,
Korrektheit und Bewegung, die den Wert eines Pferdes als Freizeitpartner
entscheiden mit beeinflussen, gerade vor dem Hintergrund unserer Rassevielfalt
vermehrt auf die rassespezifischen Eigenheiten wie z.B. Typ und Größe geachtet
werden. Bei der Prämierung von etwa der Hälfte der Fohlen ist die Aussage höher
als bei 70-80 %, gleichzeitig erschreckt diese Marke den Züchter aber nicht als
unerreichbar und er versucht mit seiner Zucht dazuzugehören, womit ohne
verkrampfte Kraftanstrengung auf beiden Seiten (Verband-Züchter) ein Fortschritt
in der Zucht erreicht wird. Der Pferdebestand insgesamt (Tabelle 5) hat sich um
28 Hengste und 4 Stuten von 3938 auf 3970 erhöht. Bei einer gleichen Steigerung
im nächsten Jahr hätten wir dann seit 2000 wieder die Grenze von 4000 Zuchttiere
erreicht. Es ist bestimmt nicht das Streben nach neuen Rekorden wenn diese
Zahlen erwähnt werden, sondern dies geschieht vor dem Hintergrund der
Existenzfähigkeit eines Verbandes, denn eine gewisse Zahl an Mitgliedern und
eingetragenen Pferden ist nun mal notwendig um positiv wirtschaften zu können.
Bei Betrachtung der einzelnen Rassen ist festzustellen, dass sich fast überall
die Zahl der Hengste erhöht hat und die der Stuten rückläufig ist. Nur beim
Islandpferd hat sich der Stutenbestand deutlich erhöht (+41) und gleichzeitig
ist sogar ein Hengst weniger zu registrieren. Das Verhältnis Hengste zu Stuten
hat sich mit 6,3 im Gegensatz zum Vorjahr mit 6,6 noch einmal verschlechtert. Es
wurden tatsächlich von 514 Hengsten im Jahr 2001 nur 1424 Fohlen im Jahr 2002
produziert. Das bedeutet, dass über alle Rassen jeder Hengst nur 2,7 Fohlen im
Durchschnitt produziert hat. Bei den D.PB. Shetlandponys als einzige Rasse ist
das Hengst-Stutenverhältnis mit 1:10,65 mehr als 10 Stuten pro Hengst. Bei den
Haflingern ist es erstmals unter 10 gesunken (1:9,6). Nur die Rasse Deutsches
Reitpony (1:6,9), Islandpferd (1:6,7) und New Forest (1:6,2) bewegen sich mit
ihrem Verhältnis noch in der Nähe oder etwas oberhalb des Durchschnitts. Der
kritische Züchter hat, mit einigen Ausnahmen, im Durchschnitt nicht sehr viele
Informationen über die Nachzucht der Hengste. Er sollte sich daher ausführlich
über die Abstammungen informieren, Erkundigungen einholen wie sich Hengste mit
ähnlichen Pedigrees vererben, sich den Hengst selber auf Schauen oder
Hengstpräsentationen ansehen und natürlich sollte er nicht zuletzt die
Ergebnisse der Hengstleistungsprüfungen berücksichtigen. Für das bevorstehende
Jahr ist zu hoffen, dass sich die Tendenzen bei den Bedeckungen, den Fohlen und
den Stuten bei weiterhin steigender Qualität erhalten und wieder ein Zuwachs
beim Mitgliederbestand zu verzeichnen ist.