Jahresbericht 2000
Das Jahr 2000 war von vielen Veranstaltungen und Neuerungen geprägt. Es war alles in allem ein hektisches aber auch ein erfolgreiches Jahr.
Die Folge der Veranstaltungen auf denen unsere Ponys gezeigt wurden und Aufmerksamkeit erregten begann im Februar mit der 10. Hengstvorstellung und endete eine Woche vor Weihnachten mit der "Pferd&Jagd".
Dazwischen lag unter anderem der spontane Auftritt von hannoverschen Fjordpferden auf der Expo im Mongolendorf. Der Kontakt unserer Züchter zu den Mongolen blieb während der EXPO bestehen, so daß die Fjordpferde auch wieder bei der Abschiedsparade dabei waren. Im Juni war der Verband auf der Equitana Open-Air in Verden vertreten und im August beim Ponyfestival im Reiterstadion in Hannover. Die größte Verbandsveranstaltung neben der Junghengstkörung war im September die Landesponyschau mit Staatsprämienauswahl.
Nicht zu vergessen sind natürlich die Stuten- und Fohlenschauen sowie die Leistungsprüfungen. Überregional waren unsere Pferde auf der Europa-Shetlandschau in Dänemark, den Bundeschampionaten in Warendorf und auf den Bundesschauen für Shetlandponys und Deutsche Reitponys in Aachen vertreten. Auf allen Veranstaltungen konnten unsere Ponys Siege und gute Plazierungen für sich verbuchen.
Diese Aufzählung der Aktivitäten hilft sicherlich auch die Tatsache zu verstehen, daß die Ausfertigung der Fohlenscheine und die Eintragung der Stuten länger als gewöhnlich dauerte, zumal auch zum ersten Mal der große FN-Pferdepaß von uns ausgestellt wurde. Neben den Diagrammen für die Fohlen, die zum Teil von den Züchtern und zum Teil vom Verbandspersonal gezeichnet wurden, wurden auch alle neu einzutragenden Stuten gezeichnet.
Diese jährlich anfallenden Arbeiten waren trotz des neuen Pferdepasses bis zum Jahresende fast abgeschlossen, bis auf die Nachbrenntouren. Hierzu mußte aber schon eine Aushilfskraft für die Masseneingaben eingestellt werden. Als dann aber nach und nach immer mehr bekannt wurde, daß alle Pferde ab dem 1.7.2000 einen Equidenpaß haben müssen, nahm die Flut der Anträge alte Zuchtbescheinigungen in einen Pferdepaß umzutauschen derartige Ausmaße an, daß diese Arbeit nur noch mit großer Verzögerung erledigt werden kann. Es wurden noch zwei Aushilfen eingestellt und für die ersten drei Monate in 2001 ist eine weitere Einstellung geplant, damit die termingebundenen Arbeiten wie Jahresabschluß, Versand der Beitragsrechnungen, der Abfohlmeldungen, der Deckscheine und Decklisten erledigt werden können.
Es erscheint wichtig, daß die aufgeführte Entwicklung und die damit verbundenen Umstände im Jahresbericht 2000 erwähnt werden, da sie das vergangene Jahr auch maßgeblich geprägt haben. Gleichzeitig bittet der Verband und die Geschäftsführung die Mitglieder um Verständnis wenn sich Verzögerungen in der Bearbeitung Ihrer Angelegenheiten ergeben.
Bei Betrachtung der Statistik zeigt sich bei den eingetragenen Stuten, den Fohlenregistrierungen und den Bedeckungen eine erfreuliche zum Teil unerwartete Entwicklung (Tab.1).
Nachdem im Jahr 1999 ein deutlicher Einbruch bei den neu eingetragenen Stuten zu verzeichnen war, ist diese Tendenz nicht geblieben, sondern stehen geblieben bei leichter Zunahme (+8 Stuten). Im letzten Jahresbericht wurde ein Rückgang bei den Fohlen auf knapp 1200 erwartet. Dieser Rückgang ist erfreulicherweise nicht nur nicht eingetreten, sondern es kann sogar eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 66 Fohlen registriert werden. Diese Zunahme ist zu einem großen Teil sicherlich der Pferdepaß Pflicht zuzuschreiben. Es gibt in jedem Jahr eine nicht unbedeutende Zahl Fohlen die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht vorgestellt werden. Diese Fohlen wurden 2000 zum größten Teil vorgestellt, da der Pferdepaß über den Verband wesentlich günstiger ist, als später für ein Pferd ohne Zuchtbescheinigung über die FN. So hat uns der Pferdepaß neben viel Ärger auch etwas Gutes gebracht.
Die Fohlenzahl wird sich im nächsten Jahr voraussichtlich nicht wesentlich verändern, da der Indikator für diese Zahl, die Bedeckungen, nur sehr leicht zugenommen hat. Es ist aber seit vielen Jahren die erste Zunahme wieder in diesem Bereich.
Bei der Zahl der Mitglieder (Tab.2) war Ende des Jahres 2000 im Vergleich zu 1999 eine leichte Zunahme von 8 Mitgliedern zu verzeichnen. Aufgrund der recht zahlreichen Abgänge von 275 ist der Stand am 1. Januar 2001 mit 2977 Mitgliedern leider um 71 geringer als am 1. Januar 2000.
Tabelle 3 weist den gesamten Pferdebestand aus. Hier ist ein doch deutlicher Rückgang beim Bestand der eingetragen Stuten zu verzeichnen (-116). Diese Zahl korrespondiert mit der ebenfalls recht hohen Zahl der gekündigten Mitglieder. Die gegenläufigen Tendenzen des leichten Anstieges der Bedeckungen bei gleichzeitigem Rückgang der Mitglieder- und Stutenzahlen sind nicht eindeutig zu erklären. Hier muß die Entwicklung der nächsten Jahre abgewartet werden.
Bei fallenden Stutenzahlen ist wie schon im letzten Jahr wieder ein Anstieg des Hengstbestandes zu registrieren. Eine Tatsache die sich sicherlich in den nächsten Jahren nicht ändern wird. Ein Grund hierfür ist, daß alle Hengste anerkannt werden müssen die schon einmal in Europa in einem Hengstbuch I eingetragen waren, was die Kaufentscheidung für einen Hengst für viele Mitglieder vereinfacht. Ein weiterer Grund kann die zur Zeit diskutierte Entwicklung sein, daß alle männlichen Tiere bei den Rassen einzutragen sind, bei denen das Mutterstutbuch außer einer tierärztlichen Kontrolle keine weitere Selektion vornimmt.
Viele Züchter mögen das begrüßen und sehen es als Zunahme an Liberalität an, für die Zucht bedeutet es aber sicherlich ein Rückgang des Zuchtfortschrittes. Lag das Hengst-Stuten Verhältnis im letzten Jahr noch knapp über 7 so liegt es jetzt bereits unter 6 über alle Rassen. Einige Rassen weisen noch ein etwas günstigeres Verhältnis auf, aber über 10 schaffen es nur noch die Haflinger bei denen in den letzten Jahren aber auch eine deutliche Verschlechterung festzustellen ist.
Bei fast allen Rassen sind Rückgänge im Stutenbestand festzustellen. Nur für Welsh-C ist ein Plus von 4 Stuten aufgeführt und bei der Rasse Tinker wurde erstmals eine Stute eingetragen. Die Paso Peruano und Dartmoorponys konnten ihren Bestand halten. Die deutlichste Verschiebung ergab sich bei den Shetlandponys bzw. den Deutschen Part-Bred Shetlandponys. Hier ist die Umgruppierung nun durchgeführt worden, so daß bei den Shetlandponys 149 Stuten weniger zu Buche schlafen und bei den Part-Bred Shetlandponys 155 Stuten mehr zu verzeichnen sind. Bei den Shetlandponys unter 87 cm ist ein leichter Rückgang eingetreten, wogegen die Classic-Ponys um 19 Stuten zugelegt haben. Besonders auffällige Rückgänge mußten die Rasse Haflinger, Deutsches Reitpony, Spezialrasse und Islandpferd hinnehmen.
Bei den Stutbucheintragungen (Tab. 4) die ja insgesamt um 8 Stuten zugenommen haben, haben sich bezüglich der eingetragenen Stuten pro Rasse keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Die Reihenfolge nach Anzahl der eingetragenen Stuten hat sich in den ersten drei Positionen nicht verändert, danach ergeben sich kleinere Verschiebungen.
Der Prozentsatz der Hauptstutbuchstuten an der Anzahl der insgesamt eingetragenen Stuten hat sich noch einmal um 1,35 Prozent auf 85,26 Prozent erhöht.
Die Steigerung der Fohlenzahl (Tab. 5) um die bereits aufgeführten 66 Fohlen verteilt sich zum größten Teil auf die Rassen Deutsches Reitpony, Islandpferd sowie Shetlandpony und Part-Bred Shetlandpony. Hierbei muß bei einigen Fohlen noch geklärt werden ob es Part-Bred oder Classic Ponys werden sollen. Erfreulich ist ebenfalls der deutliche Anstieg bei den New Forest Ponys.
Die Einbußen bei den unterschiedlichen Rassen sind alle im einstelligen Bereich. Bei den Classic-Ponys kann sich noch eine Änderung ergeben.
Nachdem die Talfahrt bei den Bedeckungen und den registrierten Fohlen zu Ende zu sein scheint und sich eine leichte Aufwärtstendenz abzeichnet, hoffen wir die Bestandszahlen bei den Mitgliedern und den Stuten im Jahr 2001 halten zu können.
Weiterhin hoffen wir, daß sich der Arbeitsaufwand für die Pferdepässe normalisiert und zur Routine wird, damit wir unseren Mitgliedern wieder den gewohnten Service in angemessenen Bearbeitungszeiträumen bieten können.
Das Ziel muß sein die Verwaltung soweit wie möglich zu rationalisieren damit mehr Zeit für Beratung, Präsentation unserer Pferde und Kontakt mit den Mitgliedern zur Verfügung steht.