Wenn das Kind im Manne,......

 

6.00 Uhr in Auhagen, ein wolkenverhangener Himmel aber kein Regen. Eine gut gelaunte Reisegruppe bricht zur jährlichen Züchterfahrt des BV Hannover auf. Das Fahrziel ist die Region Ostharz, Wernigerode in Sachsen Anhalt. Nach einer kurzen Begrüßung setzt sich der moderne Reisebus der Fa. RSO, gesteuert von Jens in Bewegung. Über die Autobahn ging es in Richtung Harz, mit kurzer Rast auf dem Parkplatz Hildesheimer Börde, auf dem noch einige Reisende zustiegen.

 

Zum traditionellen Frühstück wurde die Fahrt am „Rastplatz Brockenblick“unterbrochen. Die Frage, wo denn nun der Brocken (höchster Berg im Harz mit 1142 m ) zu sehen sei, konnte leider nicht geklärt werden, da sich das Gebirge in Wolken gehüllt hatte. Nach halbstündiger Pause steuerte die Reisegruppe dann den Pferdezuchtbetrieb „Wolrad Kramer“ in Wegeleben an. Herr Kramer begrüßte die Gruppe und stellte seinen Betrieb und seine Pferdezucht gekonnt vor.
 

Lewitzer Schecken und Reitponys wurden unter dem Reiter und an der Longe gezeigt. Beeindruckt war man von der Vielfältigkeit der Tierhaltung auf dem Hof Kramer. Außer Hengsten, Stuten und Fohlen gab es noch eine Geflügelzucht mit Hühnern, Enten, Tauben und Pfauen sowie eine Hundezucht anzuschauen. Nach zweistündigen Aufenthalt verabschiedete sich die Gruppe und bedankte sich für die Präsentation des Betriebes mit einem Geschenk bei Herrn Kramer.
 

Als nächstes Ziel steuerte man Wernigerode an. Bei einem reichhaltigen Mittagessen und gutem Bier im „Gasthaus Brauhaus“diskutierte man über die am Morgen gewonnenen Eindrücke.

Ein Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt Wernigerode rundete die Mittagspause ab.

 

Gut gestärkt steuerte man das nächste Ziel, „Agrargenossenschaft Vorharz“ in Silstedt an, wo man schon vom Betriebsleiter Herrn Weidemann und dessen Stellvertreter Herrn Mänz erwartet wurde.

 

Nach der Begrüßung mit kurzem Überblick über die Struktur der Genossenschaft begann die auch für Nicht-Landwirte tolle Führung durch die Genossenschaft.

 

Über den modernen Kuhstall mit 250 Milchkühen, Kälbern, Fersen und Bullenaufzucht gelangte man zum eigentlichen Besuchsziel, dem kleinen aber feinen Betriebszweiges der Kaltblutpferdezucht (Rheinisch Deutsches Kaltblut). Zur Zeit des Bestehens der DDR ein bedeutendes Standbein der ehemaligen LPG, wurde ein Kaltblutpferd mit dem Wert eines Trabanten (meistgekauftes Auto der ehemaligen DDR) gleichgesetzt. Herr Mänz, verantwortlich  für die Pferde, stellte seine Herde vor und beantwortete jede aus der Reisegruppe gestellte Frage.  Die anschließende fahrt durch die Gemarkung der Genossenschaft lies die Größe der bewirtschafteten Flächen (z.B. 160 Ha Weizen in einem Schlag) deutlich werden.

 

Den Abschluss bildete der Besuch des Technischen Bereiches der Genossenschaft. Modernste Agrar- und Erntetechnik und einer Stückzahl, die die Masse der Reisenden wohl noch nicht zu Gesicht bekommen hatten, warfen den Reisezeitplan total durcheinander. Wann hat man schon einmal Gelegenheit auf einem 350 PS Trecker mit von Satelliten gestützter Navigation zu sitzen? In diesem Bereich hätte der ein oder andere noch Stunden verbringen können. Das führte dazu, dass die abschließende gemeinsame Kaffeetafel verspätet aufgesucht werden konnte. In gemütlicher Runde wurde noch gefachsimpelt und Züchter-Anschriften ausgetauscht. Mit einem kleinen Geschenk verabschiedete man sich bei der Genossenschaftsführung und trat gegen 18.30 Uhr die Heimreise an.

 

Alle Mitreisenden signalisierten, auch im nächsten Jahr an der dann zweitägigen Züchterfahrt teilzunehmen. Das Preisleistungsverhältnis hat wieder einmal gepasst!